Ist eine Vertriebsform positiv oder negativ? Multi Level Marketing, Strukturvertrieb oder Vertrieb allgemein, sind Begriffe, die bei vielen Menschen Vorurteile hervorrufen. Manchmal genügt es, zu wissen, dass etwas über den Direktvertrieb angeboten wird, um ein vorschnelles Urteil über das Produkt zu fällen.

Woher kommt das negative Image des Vertriebes? Ist tatsächlich die Vertriebsform dafür verantwortlich?

Im Vertrieb, auch als Strukturvertrieb, Multi Level Marketing oder Network Marketing bezeichnet, werden Waren oder Dienstleistungen über die Perspektive eines Nebenerwerbs weitergegeben oder vertrieben. Die Perspektive ein Nebeneinkommen zu erhalten, bildet dabei den Kern dieser Vertriebsform. Die im Preis des Produktes enthaltenen Provisionen dienen dabei als Einnahme für denjenigen, der das Produkt verkauft und die Personen, die direkt oder indirekt an seiner Ausbildung beteiligt sind und waren.

Der Fokus liegt also auf der Werbung neuer Vertriebspartner. Die Produkte oder Dienstleistungen werden dann vertrieben, wenn der neue Vertriebspartner diese für sich selbst in Anspruch nimmt und im besten Fall sogar nachkauft. Bei jedem Kauf werden dann wieder Provisionen frei, die auf die strukturüberstellten Personen nach festgesetzten Vergütungsregeln verteilt wird. Je mehr aktive Vertriebspartner gefördert werden, die das Produkt regelmäßig für sich nutzen, desto höher werden die Provisionen für den Sponsor und die strukturell überstellten Mitarbeiter.

Der Fokus liegt hier auf aktive Mitarbeiter. Inaktive Mitarbeiter sehen nur auf dem Papier gut aus. Man baut sich eine Struktur auf, doch wenn niemand aktiv ist, verdient die Struktur auch kein Geld. Es muss berücksichtigt werden, dass nicht jeder neue Vertriebspartner dauerhaft aktiv bleibt. Tatsächlich gibt es unterschiedliche Typen von Menschen. Einer informiert sich, steigt ein, nutzt das Produkt und möchte auch aktiv werden und Geld verdienen. Ein anderer informiert sich und nutzt vielleicht nur das Produkt, möchte sich aber nicht aktiv nebenberuflich betätigen. Wiederum andere informieren sich und nutzen weder die Chance zum Geld verdienen noch das Produkt.

Vertrieb ist ein Quotengeschäft. Und jeder hat eine individuelle Quote. Diese hängt davon ab, welche Personen er anspricht, wie vertrauenswürdig er selbst ist und wie gut er sich um seine neuen Partner kümmert. Wer Ja zum Vertrieb sagt, benötigt schließlich Unterstützung, gerade am Anfang. Bleibt diese aus, scheidet der neue enttäuscht Vertriebspartner aus und verbucht dies als negative Erfahrung.

Leider passiert es häufig, dass schlechte Führungskräfte Hoffnungen in neuen Vertriebspartnern wecken. Doch dann lassen sie diese allein, denken, die schaffen das schon und vermitteln ihnen nicht die Fähigkeiten, die sie so dringend zur erfolgreichen Umsetzung des Geschäftes brauchen. Zum Glück gibt es aber auch sehr gute Führungskräfte, die sich gut um ihre Vertriebspartner kümmern und diese befähigen, das Geschäft zu erlernen.

Eine Vertriebsform kann also nicht positiv oder negativ sein. Sie ist lediglich ein Weg, eine Möglichkeit, ein Werkzeug, dem sich Menschen bedienen können, um sich eine Perspektive aufzubauen. Sie sind dann selbst dafür verantwortlich, was aus ihrem Engagement entsteht und welches Image dadurch aufgebaut wird.

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